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Stadion Sportpark Nord

„Bahn geht den Bach runter“

Ahlen, 21. Oktober 2002 (sts). Norbert Becker kann seine Sorgenfalten nicht mehr verbergen. „Wir wollen weitermachen, haben aber keine Ahnung, ob wir überhaupt können“, so der Cheforganisator unter anderem des Ahlener Jedermannzehnkampfes.

Die ersten Termine stehen zwar schon fest, die Frage, ob im kommenden Jahr aber überhaupt große Leichtathletikveranstaltungen in Ahlen stattfinden, ist jedoch im Moment völlig ungeklärt. Denn ob es wie vorgesehen am 13. und 14. September 2003 eine Neuauflage des Zehnkampfes geben kann, hängt von Faktoren ab, auf die die Ahlener Leichtathleten keinen Einfluss mehr haben. „Die Bahn im Stadion ist auf“, nimmt Norbert Becker in Bezug auf die Qualität des Tartanbelages im Stadion kein Blatt vor den Mund. „Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis da was passiert. Teilweise ist die Bahn richtig unterspült.“ Eine Anfrage des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW), erneut eine große Mehrkampfmeisterschaften in Ahlen auszurichten, mussten die Verantwortlichen der LG Ahlen schon negativ beantworten. „Westfälische oder Deutsche Meisterschaften auf der Anlage, das geht einfach nicht mehr“, musste Norbert Becker dem Verband mitteilen. „Wir wissen ja nichtmal, ob wir die Kreismeisterschaften am 1. Juni auf der Bahn noch durchführen können“, so Becker.

Jetzt fürchtet der Vorsitzende des LG-Partnervereins vor allem den ersten heftigen Frost, der dem Untergrund der Bahn den Rest geben würde. Geld für Flickarbeiten gebe es keines mehr, sei ihm mitgeteilt worden, sagt Becker. Am Montag besichtigte der Mehrkämpfer das Stadion gemeinsam mit Vertretern der Stadt. Dort ist das Problem schon seit mehreren Jahren bekannt. Eine Verbesserung der Situation sei unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten mit geringen Mitteln jedoch nicht mehr möglich, teilte Bürgermeister Benedikt Ruhmöller den Verantwortlichen mit. „Die Verwaltung wird die Sanierung in Abhängigkeit der notwendigen Haushaltsmittel so schnell wie möglich vornehmen“, so der Bürgermeister weiter.

Stadion Sportpark Nord „Was das heißt, kann sich jeder ausrechnen“, macht sich Norbert Becker keine Illusionen, dass bald was passiert. „Die Stadt muss wissen, ob wir das Stadion weiter wollen oder nicht“, macht der Mehrkämpfer darauf aufmerksam, dass das Stadion nicht nur Austragungsstätte für regionale, überregionale und nationale Wettkämpfe ist, sondern auch im täglichen Trainingsbetrieb vor allem von Kindern und Jugendlichen sowie für den Schulsport genutzt wird. Trotz der Ungewissheit über die weitere Nutzbarkeit des Stadions scheint eine Entscheidung über den Fortbestand des Ahlener Jedermann-Zehnkampfes inzwischen gefallen. „Wir wollen weitermachen“, so Becker. „Auch wenn es schwierig ist, auch finanziell in Vorlage zu gehen und einen Wettkampf zu planen, wenn niemand weiß, ob es im September überhaupt ein Stadion dafür gibt, wir arbeiten an einem neuen Konzept für den Zehnkampf 2003.“ Nach dem erneuten großen Erfolg des Ahlener Jedermann-Zehnkampfes scheint das Gespenst des Abschiedes von diesem Mehrkampf-Meeting im Sportpark Nord vorerst verscheucht. Allein die Sorgenfalten bleiben.

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