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Westdeutsche Marathonmeisterschaften Essen

Gosda will unter drei Stunden

Weniger Vorbereitung, dafür ausgeruhtere Beine: Der LG-Vorsitzende Ralf Gosda setzt vor seinem sechsten Marathon vor allem auf seine Routine. Bild: Stefan Schwenke Essen, 10. Oktober 2002 (sts). Drei Konzepte, ein Ziel. So unterschiedlich die Vorbereitung, so gleich wird am Sonntag für Barbara Kläsener, Ralf Gosda und Manfred Kreutz die Aufgabe sein: Einmal Marathon oder zwei Mal um den Essener Baldeneysee oder rund 30000 Schritte oder 42,195 Kilometer hat sich das Trio vorgenommen. In Essen finden am Wochenende die Westdeutschen Marathonmeisterschaften statt. Für Kläsener ist das bereits der zweite große Saisonhöhepunkt in diesem Jahr. Nach dem 100-Kilometer-Wettkampf im Schweizer Biel hat sie in der Vorbereitung erneut auf große Umfänge gesetzt. Zwischen 100 und 120 Laufkilometer pro Woche spulte die Langstrecklerin zuletzt herunter.

Allein acht Läufe von über 30 Kilometern Länge sollen helfen, am Sonntag das nötige Stehvermögen zu haben. "Ich laufe erst seit zwei Jahren, da muss ich mir noch Grundlagen schaffen", kann die Distanz Kläsener jetzt nicht mehr bange machen. Allein die Ungewissheit, ob und wann sich vielleicht der Ultralauf in der Schweiz noch bemerkbar macht, und das Tempo bereiten Kläsener noch Sorgen. Um die 3:20 Stunden sollen es am Sonntag werden. Wenn sie ihre Serie hält, sollte das drinsitzen. Ihre bisherigen drei Marathonläufe in Hamburg, Berlin und Steinfurt lief Kläsener in 3:36, 3:30 und 3:24 Stunden.

Auch Ralf Gosda (Foto) hofft am Sonntag auf seine Serie. In seinen bisherigen fünf Marathonläufen blieb er bisher immer unter drei Stunden. "Das ist mein Ziel, aber es wird jedes Jahr schwieriger", hat der LG-Vorsitzende nach mehrjähriger Marathonabstinenz im vergangenen Herbst in Köln festgestellt. Damit es auch diesmal klappt, hat Gosda sich elf Wochen auf die klassische Distanz vorbereitet. "Nicht sehr viel, aber das muss kein Nachteil sein", hofft der 40-Jährige auf ausgeruhte Beine und seine Routine, um erneut erfolgreich zu sein. - Und auf Manfred Kreutz. "Wenn wir die ersten 30 Kilometer zusammen laufen, bin ich ganz zuversichtlich", zählt Gosda auf seinen Teamkameraden und den Dritten im LG-Bunde.

Der wird sich am Sonntag jedoch erstmal überraschen lassen, wie gut und wie weit die Beine nur zwei Wochen nach dem Berlin-Marathon schon wieder können. "Abwarten", will sich der 36-Jährige nicht unter Druck setzen lassen. Trotz aller Routine, Kreutz war in seiner ersten Leichtathletik-Karriere als Geher in der Nationalmannschaft auf Distanzen von bis zu 50 Kilometern unterwegs, wird diese Doppelbelastung auch für Kreutz Neuland sein. Nachdem Kreutz den Berlin-Marathon ohne gezielte Vorbereitung in Angriff genommen hatte, kann er für Essen zumindest auf einen ganz besonderen Härtetest zurückgreifen.

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