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28. Herbstwaldlauf Neubeckum

Erst Schlammbad, dann Sieg für Gredzinski

Manfred Grünebaum Neubeckum, 6. Oktober 2002 (sts). Ein Blick auf die Waden der Läufer oder den Rücken des Führungsradfahrers ließ erahnen, was die Langstreckler bei der 28. Auflage des Neubeckumer Herbstwaldlaufes durchgemacht hatten. Der Regen hatte einen Teil der ohnehin schon nicht leichten zehn Kilometer langen Distanz durch den Hohen Hagen mit einem Schlammbad zusätzlich schwer gemacht.Nachdem auf einigen Teilen der Strecke in den Vortagen noch Baumfällarbeiten durchgeführt wurden, wusste das Organisationsteam noch am Freitag nicht genau, ob die Originalstrecke überhaupt zu belaufen sein würde. "Zur Not müssen wir zwei Runden à fünf Kilometer laufen", hatte Michael Uckelmann jedoch schon ein paar Ausweichmöglichkeiten durchgespielt. Am Ende hielten sich die Abweichungen von der normalen Strecke jedoch in engen Grenzen. Und davon ließ sich Andreas Gredzinski nicht aus dem Konzept bringen. Der Langstreckler vom SV Brackwede nutzte die Traditionsveranstaltung des Ski-Club Beckum gleich zur Cross-Vorbereitung und setzte sich nach 34:53 Minuten im Hauptlauf souverän durch. Erst knapp 80 Sekunden zurück kam mit dem Oelder Robert Bange der erste Verfolger ins Ziel. Nach 36:11 Minuten von Schlamm und Quälerei gleichermaßen gezeichnet, führte er damit ein Quartett des LV Oelde an, das auch die Mannschaftswertung für sich entschied.

Bis Burggrafenlauf-Sieger Andreas Günnewig, Martin Stutenbäumer und der beim Münster-Marathon so erfolgreiche Manfred Grünebaum (Foto) im Sekundentakt das Ziel erreichten, verging jedoch nochmals mehr als eine Minute. in 37:20, 37:23 und 37:25 Minuten trudelte die LVO-Troika ins Ziel. Wobei Grünebaum gute Chancen auf den Sieg in einer Zusatzwertung für den saubersten Läufer gehabt hätte. Mit Ambitionen für die Westdeutschen Marathonmeisterschaften am kommenden Wochenende in Essen nutzte der Routinier den Herbstwaldlauf nur als Training, und um sich nochmals wichtige Punkte für den Kreis-Beckum-Cup zu sichern, für den der Herbstwaldlauf am Sonntag die Finalveranstaltung war.

Bei den Frauen ging der Sieg nach zehn kräftezehrenden Kilometern an Manuela Schmidt von der TSG Harsewinkel. In 45:14 setzte sie sich am Ende relativ knapp vor der für die LAG Gütersloh laufenden Beckumerin Julia Freitag und der im Trikot des Ausrichters laufenden Renate Lindental durch. Die beiden heimischen Läuferinnen hatten bei Endzeiten von 45:41 und 46:08 Minuten zwar noch Sichtkontakt zur Siegerin, konnten sie jedoch nicht mehr erreichen. Wie über zehn Kilometer erlebte auch der Rahmenwettkampf über drei Kilometer einen Favoritensieg. Christian Schrandt von den Laufsportfreunden Münster siegte nach 9:27 Minuten wie schon beim Oelder Langstreckenmeeting auch in Neubeckum souverän. Als schnellster heimischer Läufer belegte der Oelder Triathlet Marco Dieckmann Rang drei. Bei den Frauen verteidigte Vorjahressiegerin Larissa Sicke von der LG Ahlen ihren Erfolg und setzte sich nach der dem Wettkampf über die verkürzte Strecke im Vorjahr diesmal in 11:03 Minuten auch auf dem Originalkurs durch.

Weniger Teilnehmer als erhofft

Regen und Marathon verhageln die Bilanz

Pünktlich zu den Starts der Schülerläufe setzte der Regen am Sonntag zwar aus, der Vorteil des Termins außerhalb der Herbstferien war bis dahin aber längst davon geschwommen. Obwohl der Herbstwaldlauf des Ski-Clubs Beckum am Wochenende erstmals seit vielen Jahren nicht mit den Schulferien zusammenstieß, blieb die Besetzung vor allem im Schülerlauf über die rund 1000 Meter um das Neubeckumer Freibad auch diesmal dürftig. Aber auch auf der Hauptdistanz tut sich der Herbstwaldlauf zuletzt schwer, an die läuferische Qualität und Quantität der vergangenen Jahre anzuknüpfen. Einzig über drei Kilometer ging das beste Feld seit Jahren vor dem Harbergstadion an den Start. Über zehn Kilometer scheinen dem Herbstwaldlauf zusehends die verstärkten Marathonambitionen der heimischen Langstreckler zu schaffen zu machen. Auch wenn diesmal kaum Läufer des Sportkreises beim Berlin-Marathon vor Wochenfrist am Start waren, sowohl der Münster-Marathon vor vier Wochen als auch der gleichzeitig zum Herbstwaldlauf stattfindende Köln-Marathon und die Marathonläufe in Essen (13. September) und Frankfurt (27. Oktober) werfen ihren Schatten auf die Traditionsveranstaltung in Neubeckum. Läufer wie Manfred Grünebaum, die sich nur eine Woche vor dem Start in Essen und nur drei Wochen nach Münster - wenn auch mit angezogener Handbremse - auf die schweren zehn Kilometer durch den Hohen Hagen wagen, sind die Ausnahme. Die Leistungen der Sieger schmälerte dies am Sonntag jedoch keineswegs. Wie durch Andreas Gredzinski im Hauptlauf gab es auch bei den Jungen im Schülerlauf einen Favoritensieg. Der wie sein Vater für den LV Oelde laufende 13-jährige Axel Grünebaum behielt dabei nach 3:55 Minuten jedoch nur hauchdünn die Oberhand über den zwei Jahre jüngeren Simon Kneuper von der LG Ahlen, der noch mit der gleichen Zeit notiert ist. Rang drei ging nur zwei Sekunden später an seinen zehnjährigen Teamkameraden Maximilian Dahlhoff. Bei den Mädchen siegte in 4:30 Minuten Vera Kujat von der LG Ahlen vor Jördis Otto vom TV 05 Neubeckum und Julia Leifeld von der LG Ahlen, die in 4:52 und 4:53 Minuten ins Ziel im Harberg-Stadion stürmten.

[Die Ahlener Läufer beim Herbstwaldlauf]

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