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Berlin-Marathon 2002

Konsequente "Nicht-Vorbereitung" für Kreutz und Schwenke

Berlin 29. September 2002 (sts). Ohne Vorbereitung wurde der Marathon durch die Hauptstadt zum Härtetest. Weder Manfred Kreutz noch Stefan Schwenke hatten sich für den Berlin-Marathon richtig in Form bringen können, das Erlebnis der 42,195 Kilometer im Feld der über 32000 Läufer wollten sie sich jedoch nicht entgehen lassen. Mit dem Swiss-Alpine-Marathon und einem deutlichen Plus an Kilometern im Rücken setzte sich im internen Vergleich der LG-Langstreckler schließlich erwartungsgemäß der frühere Spitzengeher Kreutz durch und stellte in 3:09:14 Stunden unter Beweis, dass ihn auch ein kurzer Wettkampf über vier Kilometer noch am Vortag nicht aus dem Konzept bringen kann. Noch am Samstag und nur 18 Stunden vor dem Marathonstart hatte Kreutz die Staffel der LG Ahlen bei ihrem Heimspiel im und um den Sportpark Nord zum Sieg bei der neunten Auflage des Ahlener Staffellaufes geführt. Anschließend ging es direkt aus der Dusche zum Bahnhof und gemeinsam mit Schwenke, der beim Staffellauf als Sprecher und in der Organisation eingebunden war, per ICE an die Spree. Das Konzept der konsequenten "Nicht-Vorbereitung" stimmte also bis zum Schluss.

So gut, dass Kreutz auch in den ersten zwei Stunden des Marathons kaum zu bremsen war. Im Schnitt lagen die Kilometerzeiten fast 15 Sekunden unter der beim Frühstück für den zunächst gemeinsamen Lauf ausgehandelten Marschtabelle. Erneut zu wenig, um Kreutz ernsthaft aus dem Konzept zu bringen, aber genug, um Schwenke im letzten Viertel der Distanz seine Leistungsgrenzen auszuloten. Die ersten zehn Kilometer passierte das Duo von der LG Ahlen nach 44:00 Minuten, die Halbmarathonmarke nach 1:34:52 Stunden. Nach 2:16:53 Stunden wurden bei Kilometer 30 aus dem Duo dann zwei Solos. Während Kreutz trotz muskulärer Probleme sein Tempo auf den abschließenden Kilometern noch steigern konnte, die zweite Marathonhälfte in 1:33:39 Stunden rund eineinhalb Minuten schneller lief als Hälfte eins, musste Schwenke stark aufstecken. Er wurde in 3:24:27 Stunden im Ziel registriert.

Für Schwenke soll das nun vorerst der letzte Marathon gewesen sein, ein Doppelstart mit Berlin und Frankfurt wie im Vorjahr kommt nicht in Frage, konnte Kreutz die Gedanken an den nächsten Marathon selbst dann nicht verdrängen, als er nach dem Zieleinlauf mit schmerzenden Muskeln die Treppen zur U-Bahn hinabstieg. Die Westdeutschen Marathonmeisterschaften in Essen finden in zwei Wochen statt. Eigentlich ein unmöglicher Rhythmus für Marathonläufe. Aber auf einen Härtetest mehr oder weniger kommt es nun auch nicht mehr an. Als dritter Ahlener erreichte der für "Ahlen Runners" gemeldete Ulrich Lohmann nach 3:47:18 Stunden das Ziel unweit der Gedächtniskirche.

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