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Ahlener Langstreckenszene: Verletzungspech verfolgt Mittel- und Langstreckler

Läufer laufen nicht

Ahlen, 17. Juli 2002 (sts). Am Anfang hat Peter Wechler noch die Tage gezählt. Die Tage ohne Training. Dann hat er sie aufgewogen gegen die Laufkilometer, die er an anderen Tagen machen konnte. Und hat immer wieder gerechnet, was für eine Frist noch bleibt, um bis zum 25. August in Form zu kommen.

Das Zählen und Rechnen hat er mittlerweile drangegeben. Die Ergebnisse wurden immer negativer. Die Marathon-Europameisterschaften Ende August in Potsdam werden ohne den Ahlener Langstreckler stattfinden. Sie wären für Wechler der absolute Saisonhöhepunkt gewesen. Die Chance, vor heimischer Kulisse auf seiner Paradestrecke nochmals voll anzugreifen. Über die 42,195 Kilometer gehörte Wechler in seiner Klasse über Jahre sowohl national als auch international zur absoluten Spitze. Jetzt muss der Angriff vertagt werden. Nachdem Wechler schon im vergangenen Jahr Verletzungen immer wieder zurückgeworfen haben, ließen verschiedene Probleme auch in diesem Jahr keine vernünftige Vorbereitung zu. Fast nach jedem Wettkampf kam der Rückfall.

Zuletzt war Wechler am 9. Mai für die LG Ahlen bei der Beckumer Marathonstaffel dabei. Danach war erneut Pause. Jetzt trainiert der 56-Jährige wieder. Aber mit reduziertem Umfang. "Nicht mehr als 60 Kilometer pro Woche." Für einen Hobbyläufer zu viel, für die Ansprüche eines Peter Wechler zu wenig. Aber in diesem Jahr ist sowieso alles anders. Und seit der Absage der Europameisterschaften hat Wechler auch die Zeit, in Ruhe abzuwarten. "Was bleibt mit anderes übrig?"

Wenn es läuft, läuft es. Wenn nicht, dann nicht. Momentan kann Wechler wieder trainieren. Und will vielleicht schon Samstag mal wieder die Wettkampfschuhe schnüren. Auch beim Oelder Citylauf wird er zwar nicht an alte Zeiten heranlaufen können, aber "bevor ich alleine irgendwo Tempotraining mache, kann ich auch gleich da an den Start gehen", nimmt er seine Situation gelassen.

Gelassen muss auch Markus Nakielski bleiben. Während mit Mirko Schuler ein Newcomer im Trikot der LG Ahlen die Rangordnung in der heimischen Läuferszene kräftig durcheinander zu wirbeln droht, ist auch das bisherige zweite Ahlener Aushängeschild auf den Langstrecken der Männer zur Untätigkeit verdammt. Eine Schulterverletzung durch einen Sturz mit dem Rad bremste Nakielskis Ambitionen mitten in der Saison aus.

Für den 30-Jährigen ist dadurch an ein Lauftraining im Moment kaum zu denken. Dafür bleibt mehr Zeit für die akribische Auswertung von Zeiten und neuen Wettkampfergebnissen, als ihm lieb ist. Zumal er sich ja viel lieber sportlich mit der neuen Konkurrenz auseinandersetzen würde, als nur tatenlos zuzusehen. Aber Tage zu zählen, bringt nichts. Lieber abwarten, ruhig bleiben, und wiederkommen. Wie Peter Wechler.

[Meldungen 2002] [Meldungen 2000 und 2001]


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