Pressespiegel
12. Sparkassen-Jedermannzehnkampf

Neuauflage

Jedermannzehnkampf mit gelungenem Comeback

Ahlen, 17. September 2006 (mts/ddr). Mit dem bewährten Konzept aus den Neunziger Jahren stellten die Ahlener Leichtathleten um den SC Relax Leichtathletik ein gelungene Neuauflage des Sparkassen-Jedermannzehnkampfes auf die Beine. Dabei wurde die zwölfte Auflage ihrem Anspruch als Breitensportveranstaltung mehr als gerecht. Nicht nur die in den Sportvereinen organisierten Leichtathleten, die teilweise alle elf zurückliegenden Auflagen absolvierten, hatten die Ahlener eingeladen. Mit der Prinzengarde aus Vorhelm sammelten auch die Karnevalisten aus dem Hellbachdorf ihre ersten Mehrkampferfahrungen.

Und schlugen sich gar nicht mal so schlecht: Als bester Vorhelmer übertraf Dirk Siebert die angepeilte 3000-Punkte-Marke gleich um 200 Zähler und konnte – mit nur wenigen Wochen Vorbereitung – auch etliche der „alten Hasen“ hinter sich lassen. Jörg Kaldewei holte rund 500 Punkte weniger. Tipps konnten sich die „Prinzen“ dabei auch von Ahlener Leichtathleten holen: Sie starteten in der gleichen Riege wie die sogenannten Profis, die den Wettkampf nach den offiziellen Wettkampfbestimmungen durchführten. Vor allem auf die 110 Meter über die Männer-Hürden wollte ein Großteil der Mehrkämpfer verzichten, insgesamt starteten deshalb nur 23 der 91 Athleten unter „Profi“-Bedingungen.

So auch Daniel Rohrberg und Jannick Gorden. Die beiden Ahlener Mehrkämpfer stiegen aber bereits vor den zehn 1,06 Meter hohen Hürden aus. Dabei war vor allem Rohrberg am Sonntag bestens gestartet: Mit 11,54 Sekunden setzte er die Tagesbestzeit über 100 Meter und lief so schnell wie noch keiner in diesem Jahr im Leichtathletik-Kreis. Außerdem bedeuteten seine 11,54 Sekunden die Achtschnellste jemals beim Ahlener Jedermannzehnkampf gelaufene Zeit. Und auch über 400 Meter holte er nach nur 52,67 Sekunden die meisten Punkte. Am Sonntagmorgen verletzte er sich dann aber beim Hürdenlauf. „Woran es gelegen hat kann ich nicht sagen. Ich habe mich gut warm gelaufen und auch gedehnt. Direkt beim Start dann trotzdem die Oberschenkelverletzung“, sagte Rohrberg. In der Endabrechnung kam der Ahlener immerhin noch auf Platz 33. Für Jannick Gorden war dagegen schon nach drei Disziplinen wegen einer Zehverletzung Schluss.

Die Ahlener Fahnen hilt somit Sven Klösener als 18. mit 4096 Punkten hoch und stellte mit 2,70 Metern seine Stabhochsprung-Bestleistung ein. Allerdings hatte Klösener eine niedrigere Hürdenhöhe gewählt. Im Gegensatz zu Bernd Trautmann von der SG Rote Erde Beckum und dem A-Jugendlichen Daniel Chughtai von der LG Ahlen, die mit 3693 und 3631 Punkten auf die Ränge 24 und 26 kamen. Markus Kreickmann lief mit 4:42,17 erneut Tagesbestleistung über 1500, war mit dem Ergebnis jedoch nicht wirklich zufrieden. „Eigentlich wollte ich 700 Punkte holen – das wäre 4:36,98 gewesen.“ Chughtai sprang mit 1,80 Metern neue Hochsprung-Bestleistung, hatte dafür jedoch deutlich mehr Respekt vor den 1500 Metern. In 6:00,29 Minuten absolvierte er aber auch die letzte der zehn Disziplinen ohne Probleme.

Auch die Mädchen des TV Beckum präsentierten sich in starker Form, allen voran die 13-Jährige Josephine Bednorz: Die B-Schülerin lief erstmals über die zum Zehnkampf zählenden 100 und 400 Meter und war mit 13,74 und 63,17 Sekunden auf Anhieb schneller als die übrige weibliche Konkurrenz. Mit starken 5:35,67 Minuten beeindruckte sie auch über 1500 Meter, die im Sportkreis Beckum in diesem Jahr einzig die 15 Jahre ältere Laufspezialistin Bettina Bittner unterbieten konnte. Vereinskollegin Anna Gerigk stieß mit 10,02 Metern die Kugel zu neuer Bestleistung.

Christian Schmitz hat bisher als einziger keinen Ahlener Jedermannzehnkampf verpasst. „Die anderen elf waren aber besser“, so der Ahlener am Ende. Mit Trainingsrückstand kam der 28-Jährige diesmal knapp hinter Markus Kreickmann auf Platz 47 und 2684 Punkte. Auch Heinrich Wiechmann aus Senden ist mit seiner sechsten Teilnahme in Ahlen längst Stammgast. Der Senior schupperte vor Jahren in Ahlen die erste Mehrkampfluft, inzwischen ist er westfälischer Fünfkampfmeister der Altersklasse M55. Im Sportpark Nord kam er diesmal auf Platz 60 und sammelte 2196 Punkte.

Ahlener Zehnkampfluft haben sich am Wochenende auch fünf Rugby-Spieler und zwei Triathleten gegönnt: Die Rugby-AG eines Lippstädter Gymnasiums wagte erfolgreich das Experiment Jedermannzehnkampf, wie auch Dennis Jörke und Annika Gravemeier vom ASC Ahlen, die spontan für den Wettkampf nachgemeldet hatten. Genau wie Gravemeier und Jörke, die bei der Siegehrung mit den restlichen Teilnehmern um die Wette strahlten, war auch Gesamtsieger Sven Hülshorst von der Ahlener Veranstaltung angetan: „Ich bin hier, um mit meinen Freunden Spaß zu haben. Das super Wetter trägt natürlich seinen Teil dazu bei, dass das hier klappt.“ Gemeinsam mit seinen Vereinskollegen vom OTSV Preußisch Oldendorf sowie weiteren Athleten der Sporthochschule Köln und des FC Schalke 04 hatte Hülshorst die Nacht auf dem Werferfeld hinter dem Stadion verbracht. Die Stimmung unter den Mehrkämpfern war somit am zweiten Tag noch ausgelassener als sie es bereits am Samstag gewesen war. Vor allem bei und nach den abschließenden 1500 Metern feierten die Sportler sich selbst und ihre Kollegen mit der La-Ola-Welle, reichlich Applaus und lauter Musik.

Zwar fand der Sparkassen-Jedermannzehnkampf in diesem Jahr in kleinerem Rahmen statt als noch Ende der Neunziger Jahre und auch die sportlichen Höchstleistungen fehlten in einigen Disziplinen. Dennoch war Organisator Norbert Becker mit dem Zehnkampf-Comeback hoch zufrieden: „Für die ganz großen Leistungen fehlten uns einfach die Athleten, aber so war die Organisation nicht ganz so stressig und alles lief reibungslos ab. Ein guter Wiedereinstieg.“


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