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11. Sparkassen-Jedermann-Zehnkampf

Sell gewinnt, Hörster auf Tuchfühlung

Ahlener Jedermannzehnkampf, Oliver Sell beim Stabhochsprung - Foto Stefan Schwenke
Alles im Griff: Oliver Sell. Foto Stefan Schwenke

Ahlen, 15. September 2003 (sts). Zehnkampf in Ahlen ist wie ein Familientreffen. Auch bei der elften Auflage kann sich das Mehrkampf-Meeting im Ahlener Sportpark Nord auf sein Stammpublikum verlassen und immer noch neue Mehrkämpfer für das Abenteuer Zehnkampf begeistern. Dabei nahm die Mehrkampf-Familie auch in Kauf, dass das Ahlener Stadion von seiner Bestform weit entfernt ist, die Mittelstrecke als Behelf auf Bahn zwei gelaufen werden musste und mit Oliver Sell am Ende er gewann, der in Ahlen eigentlich fast immer gewinnt. Denn obwohl reichlich angeschlagen präsentierte sich der Sportpark Nord vom Team der Platzwarte glänzend herausgeputzt, obwohl deutschlandweit sicher die Ausnahme, lässt sich auch auf neu vermessener Strecke und Bahn zwei ein Wettkampf laufen, und obwohl am Ende souverän, hatte Sell zumindest nach dem ersten Tag nur einen spannungsfördernden Minimalvorsprung von 14 Zählern auf die Konkurrenz.

Auch Andreas Hörster lag am Samstagabend noch in Reichweite des Siegers. Der Vorjahressieger vom TV Beckum ging auf Rang fünf in den zweiten Wettkampftag. Gegen einen erneut überlegenen Oliver Sell vom TV Gladbeck konnte der 17-Jährige aber (noch) nichts ausrichten. Immerhin gelang es Hörster, der nach dem frühen Ausscheiden des Ahleners Sven Becker die Farben der heimischen Athleten allein zu vertreten hatte, sich in der zweiten Hälfte des Wettkampfes noch auf den dritten Platz der Gesamtwertung nach vorne zu schieben. Am Zehnkampf-Thron von Oliver Sell konnte er mit 6019 Punkten jedoch ebenso wenig rütteln wie der für den TSV Bayer Leverkusen startende Benedikt Nolte (6058 Punkte), der sich mit einem überragenden Finale noch nach vorne katapultierte. Trotz 4:11,09 Minuten über die 1500 Meter, Sell und seine 6231 Zähler waren nicht mehr in Gefahr zu bringen. Die 220 Athleten und rund 100 Helfer der Zehnkampf-Familie konnten damit leben und feierte bei strahlendem Sonnenschein erneut sich selbst und alle Sieger.

Rudi Heising (LG Ahlen) - Foto Stefan Schwenke DLV-Vizepräsident Dieter Massin - Foto Stefan Schwenke
Rudi Heising und Dieter Massin. Foto Stefan Schwenke

Einen guten Teil daran hatte auch Dieter Massin, Vizepräsident des Deutschen Leichtathletikverbandes, der für den Zehnkampf in seiner Heimatstadt kurzerhand andere Termine absagte und als Moderator einen guten Teil zum Flair der Veranstaltung beitrug. Der Zehnkampf profitierte außerdem davon, dass es dem Organisationsteam um Norbert Becker in diesem Jahr erstmals gelungen war, beinahe alle Wettbewerbe direkt im Stadionoval auszutragen.

Das hätten die Mehrkämpfer fast auch für die Nacht nicht verlassen müssen. Die meisten der auswärtigen Gäste, besonders aus dem Rheinland war erneut ein Großaufgebot von Mehrkämpfern angereist, zeltete gleich im Sportpark Nord. Allerdings auf dem Werferfeld.

Cheforganisator Becker geht selbst auf Punktejagd

Norbert Becker (LG Ahlen) - Foto Stefan Schwenke
Norbert Becker. Foto Stefan Schwenke

Ahlen (sts). "Ich denke, wir können zufrieden sein", zog Norbert Becker als Organisationsleiter des 11. Sparkassen-Jedermann-Zehnkampfes schon am ersten Wettkampftag eine erste Bilanz. Um sich ein ordentliches Urteil zu erlauben, gab es für den 51-Jährigen im Sportpark Nord erneut eine zweitägige Doppelbelastung zu verkraften. Der mehrfache Westfalenmeister war nicht nur von den Morgenstunden bis in den späten Abend als Organisationsleiter im Einsatz sondern stellte sich auch als Athlet der Konkurrenz.

Auf Sonderpunkte für seine weitaus mehr als zehn Disziplinen des Mehrkampf-Wochenendes musste Becker allerdings verzichten. So blieb dem Mehrkämpfer vom LG-Partnerverein SC Relax Leichtathletik bei seinem Heimspiel mit 3202 Punkte Rang 63. Das reichte nicht einmal für die Wertung des besten Ahleners. Aber zumindest den Langstreckler und LG-Vorsitzenden Ralf Gosda konnte er abhängen. Gosda landete mit 2477 Punkten auf Rang 102.

Die Plätze machten derweil die Mehrkampf-Experten unter sich aus. Aus heimischer Sicht überzeugten dabei hinter Vorjahressieger Andreas Hörster vom TV Beckum dessen Vereinskamerad Oliver Gundlach (4642 Punkte), Sven Klösener (LG Ahlen/4395 Punkte), Nachwuchsathlet Mark Oen (LG Oelde/Wadersloh/4388), Daniel Rohrberg (LG Ahlen/4350), Christoph Gerigk (TV Beckum/4191) und der Ahlener Jannick Gorden (4165). Auch nach der Zahl ihrer Teilnehmer lagen die Mannschaften aus Ahlen und Beckum vorn. Gemeinsam schickten TV und SG Rote Erde Beckum rund 30 Athleten in den Zehnkampf. Als vielseitigste und stärkste Athletinnen der Region präsentierten sich am Wochenende Petra Spiekermann, Annika Tebeck und Anke Weißen. Spiekermann holte für die SG Rote Erde Beckum 2960 Punkte. Die 15-jährige Tebeck, für den TV Beckum startend, belegte mit 2697 Punkten im Feld der Männer Rang 89. Weißen, für die LG Ahlen am Start, landete mit 2586 Zählern auf Rang 95.

Ein junger Mann jedoch lief mit seiner Punktzahl allen anderen den Rang ab. Robin Bläsing von der LG Hilden sammelte im Nachwuchswettkampf über zwei Tage 9043 Punkte. Das sind mal eben 17 Zähler mehr als Zehnkampf-Weltrekordler Roman Sebrle im vergangenen Jahr zusammenbekam. Und die Weltjahresbestleistung des Tschechen, die in diesem Jahr bei 8807 Punkten notiert ist, überbot Bläsing damit sowieso. Klar, dass er im Kinder-Decathlon KID, eines Wettbewerbes übrigens, der in Ahlen seine ersten Gehversuche erlebte, damit nicht zu schlagen war.

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